Wie die Faust aufs Aug‘

Ich befand mich gerade auf dem Weg zur Mülltonne, als mich heute nachmittag gegen 14 Uhr eine meiner reizenden Nachbarinnen, von ihrem Fahrrad herab, auf welchem sie mir am Gehweg hinter unserem Wohnhaus fahrend entgegen kam, ermahnte: „Griasn konn a a ned!“ Ich war zugegeben konsterniert, hab mich aber schnell wieder einigermaßen beruhigt, kehrte in die Wohnung zurück und hörte mir dieses Kurzhörspiel an, wie immer nach solchen Vorwürfen. Und es hat geholfen, wie meist.

Das Hörspiel habe ich im Oktober 2014 ursprünglich für einen Radiosender produziert. Es hat mich aber auch selbst schon gelegentlich beruhigt.
Es passt nicht nur wegen der ersten Strophe des Liedes im Hörspiel wie die Faust aufs Aug‘ zum heutigen Tag. Es gibt noch einen anderen Grund:
Der Song im Kurzhörspiel ist eine Interpretation, frei nach: I haaß Latta, Misthaufen; re (MC Misthaufen & Erhard Busek, 1978: Hit aus Wien; oder auch LP Hart aber ungerecht, 1977)
Das Hörspiel trägt den Titel:

Jeder braucht ein Plätzchen – oder – Damals, als es sogar in der ÖVP noch Leute gab, die Bedürfnisse von Menschen vor die Bedürfnisse der Wirtschaft stellten und denen auch das Recht des Anderen ein Anliegen war.

Am Heutigen Tag würde ich damit doch die Bitte oder Hoffnung verbinden, dass den Zukünftigen Machthabern die Schwachen in unserem Land nicht nur noch als Sündenböcke dienen. Nach diesem Sozialabbau- und Sozialneid-Wahlkampf eigentlich aller Parteien muss man allerdings befürchten, dass es genau so kommen wird. Wer dann auf der Strecke bleiben wird? Ganz sicher auch viele Wähler dieser hemmungslos stimmenmaximierenden Opportunisten.
Hoppla, ich schweife doch etwas ab. Nun zum Hörspiel:

Nach 22 sekündiger Einführung ins Geschehen, entledigt sich der Hauptprotagonist 2 Minuten und 29 Sekunden lang musikalisch seines Ärgers. Danach folgt eine 19 Sekunden dauernde Rede im „Erhard Busek Style“ der 70er Jahre, darauf folgend zwei E-Piano Zwieklänge und zum Schluss drei Sekunden Stille. Macht insgesamt 3 Minuten und 15 Sekunden;
Marion: Aufregung, Heimklavier, Gesang; Technik
Jose Maria Guchmali: Perkussion, Gesang; PR
Andi: Erstaunen, Kontrabass, Gesang, Rede; Arrangement, Technik, Produktion
Aufgezeichnet und produziert am 13.10.2014, in unserem Balkonzimmer;

Damals wurde an den Radiosender von deutschen Hörern mehrfach der Wunsch nach einer Übersetzung herangetragen. Dem kamen wir nach und drum möchte ich Euch den Versuch einer Übertragung des Refrains ins Hochdeutsche auch hier nicht vorenthalten:

Ich heiße „Leiter“,
Kamerad krabbel von mir herunter!
Mach ’ne Fliege,
Nimm jemand anderen auf den Arm
Und komm mal wieder runter!
Kurz zusammengefasst: Reg dich nicht auf!

11 Kommentare zu „Wie die Faust aufs Aug‘“

  1. Ganz groß, nicht nur wegen der Übersetzung. Speziell der Kontext machts aus. Solltest mehr so Sachen machen.

    1. Ah, jetzt wird es durchaus schon konstruktiv. Für Vorschläge bin ich immer dankbar. Was noch fehlt ist eine für mich schlüssige Begründung, weshalb ich deinem Vorschlage folgen sollte.

  2. Lass mich auch etwas Aufheiterndes beitragen:
    Alti Truckene gebts überall.
    Dänk dir eifach: „Läck mir am Tschöpli!“
    Und jitz schlof guat und morn a guata Start!

    1. Frag mich bei manchen, wer sie/ihn auf sein/ihr Ross gesetzt hat, aber was solls! Prinzipiell nehme ich alle Menschen ernst, und eigentlich möchte ich das auch nicht ändern. Aber bei einigen fällts schon schwer.

Die Kommentare sind geschlossen.